Was hat eigentlich das Thema Energie mit Mobilität zu tun, Herr von Radowitz?

Was hat eigentlich das Thema Energie mit Mobilität zu tun, Herr von Radowitz?

LEE SACHSEN FRAGT

Was hat eigentlich das Thema Energie mit Mobilität zu tun, Herr von Radowitz?

Energie- und Mobilitätswelt wachsen zusammen

Proppevoll, hochtechnisiert und mit wegweisenden Themen-Verknüpfungen präsentierte sich die Messe Power2Drive Europe Mitte Mai in München.

Getrieben durch ehrgeizige Umweltziele blicken Hersteller:innen, Lieferant:innen, Installateur:innen, Flotten- und Energiemanager:innen, Händler:innen und Start-ups in diesem Jahr auf die Vereinbarkeit von Mobilitäts- und Energiewende. eFahrzeuge als Powerbank und Erneuerbares Energiedepot für Stromnetze sind das Kernbild dieser Sektorenkopplung, um deren Ausbau sich die Fachmesse drehte.

Der Bundesverband eMobilität e. V. präsentierte sich als wichtiges Bindeglied: »Das Potential der Symbiose aus Energie- und Mobilitätswende ist enorm«, sagte BEM-Präsident Kurt Sigl zur Eröffnung der Power2Drive und lobte die Unternehmen, die entsprechende Geschäftsmodelle entwickelt haben und den Schritt in den Markt machen. »Für den koordinierten Umbau unserer wirtschaftlichen Versorgungsstrukturen brauchen wir jetzt den vollen Druck für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Mit grünem Strom können wir Mobilität zielgerichtet umbauen, was auch für die Gebäudewirtschaft und die Wärmeversorgung gilt.«

Der Aufruf richtet sich insbesondere an die kommunalen Umsetzer von Energie- und Mobilitätswende, also Städte und Gemeinden. In den Regionen werde mithilfe von Planverfahren, Bürgerabstimmungen und der Klärung baurechtlicher Fragestellungen entschieden, welche Wettbewerbsposition ihre Wirtschaftsansiedlungen in den nächsten Jahren haben, erklärte Sigl. »Fakt ist, dass 2030 ein Drittel aller Fahrzeuge elektrifiziert sein werden. Weitsichtige und intelligenten Lösungen zum Energiehaushalt, die also auch die Mobilitätsfragen einschließen, sind dann essentiell für großvolumige Investitionsvorhaben. Das ist ein klarer Kostenfaktor, aber auch ein klares umweltpolitisches Zeichen, auf den die Kommunen erheblichen Einfluss haben.«

Neben dem »mehr« an Erneuerbarer Energie verweist der BEM auch auf den Umgang und die Effizienzmöglichkeiten mit der Elektromobilität. Für die Stabilität im Stromnetz seien untereinander kommunizierende, intelligente Systeme notwendig. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eAuto-Fahrer:innen schon vor der Fahrt zur Ladesäule Informationen darüber bekommen, welche Leistungen zu welchen Konditionen abgerufen werden können. Im Umkehrschluss kann der Netzbetreiber bereits im Vorfeld wissen, welche Leistung und Kapazität zu welchem Zeitpunkt benötigt wird. Smart Grid, Connected Vehicel Services und M2M sind hier die Fachbegriffe.

»Wir müssen im Blick haben, dass es nicht nur um Intelligenz der Systeme und um den Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Netze, der nachhaltigen Mobilität geht, sondern auch um eine deutlich höhere Energieeffizienz. Der Fokus liegt auf dem Einsatz der Primärenergie, mit der es vernünftig und effizient zu haushalten gilt«, ergänzte BEM-Vorstand Markus Emmert.

Christoph von Radowitz

Gründungsmitglied des LEE Sachsen e. V.

Fachbeirat im Bundesverband eMobilität e. V.

Lizenzpartner der EcoLibro GmbH