Pressemitteilung

Von LEE Sachsen e. V.

Gesetzentwurf zu nachhaltigen Flugkraftstoffen ist ein richtiger Schritt – die Transformation der Luftfahrt braucht jedoch deutlich mehr

Der Landesverband Erneuerbare Energien Sachsen (LEE Sachsen) begrüßt den vom Bundesministerium für Verkehr vorgelegten Referentenentwurf zur nationalen Umsetzung der europäischen Vorgaben für nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels – SAF). Der Entwurf schafft die notwendigen Regelungen zur Überwachung und Durchsetzung der europäischen Beimischungspflichten und verpflichtet die Luftverkehrswirtschaft schrittweise zum Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der CO₂-Emissionen des Luftverkehrs geleistet.

Gleichzeitig macht der Gesetzentwurf deutlich, dass der Schwerpunkt der aktuellen Regulierung nahezu ausschließlich auf der schrittweisen Erhöhung des Anteils nachhaltiger Kraftstoffe liegt. Nach Auffassung des LEE Sachsen greift dieser Ansatz zu kurz. Die europäische Mindestquote von zunächst lediglich zwei Prozent nachhaltiger Flugkraftstoffe ist zwar ein sinnvoller Einstieg, wird aber den klimapolitischen und technologischen Herausforderungen des Luftverkehrs auf Dauer nicht gerecht.

Hierzu erklärt der Sprecher für Luftverkehr des LEE Sachsen, Prof. Martin Maslaton:
„Der Gesetzentwurf setzt europäisches Recht konsequent um und sorgt für die notwendige Rechtssicherheit. Das begrüßen wir ausdrücklich. Wer den Luftverkehr jedoch nachhaltig transformieren will, darf sich nicht allein auf alternative Kraftstoffe konzentrieren. Die Zukunft der Luftfahrt entscheidet sich ebenso bei den Antriebssystemen.“

Der Landesverband fordert deshalb eine technologieoffene Strategie für den Luftverkehr. Neben nachhaltigen Flugkraftstoffen müssten insbesondere Hybrid- und elektrische Antriebssysteme wesentlich stärker gefördert werden.

„Gerade Hybridflugzeuge bieten die Chance, den energieintensiven Start und Steigflug mit einem hocheffizienten Verbrennungsmotor – perspektivisch auch mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben – durchzuführen und den überwiegenden Teil des Reisefluges elektrisch zurückzulegen. Dieses Konzept kann den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen schon in absehbarer Zeit erheblich reduzieren und sollte deshalb deutlich intensiver gefördert werden.“

Nach Auffassung des LEE Sachsen konzentriert sich die aktuelle Gesetzgebung zu stark auf die Kraftstoffseite. Erforderlich sei vielmehr eine Gesamtstrategie, die nachhaltige Kraftstoffe, Hybridantriebe, batterieelektrische Luftfahrt, Wasserstofftechnologien sowie Forschung, Entwicklung, Zulassung und Markteinführung neuer Luftfahrtsysteme gleichermaßen umfasst.

„Deutschland verfügt über hervorragende Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Jetzt gilt es, diese Innovationskraft in marktfähige Luftfahrttechnologien umzusetzen. Die Zwei-Prozent-Quote darf deshalb nur der Anfang einer ambitionierten Transformationsstrategie sein.“

Der Landesverband Erneuerbare Energien Sachsen appelliert an die Bundesregierung, den Gesetzentwurf durch ein technologieoffenes Innovationsprogramm für klimafreundliche Luftfahrt zu ergänzen. Nur das Zusammenspiel nachhaltiger Kraftstoffe und innovativer Antriebstechnologien wird den Luftverkehr dauerhaft klimaneutral machen.