Pressemitteilung: Ein Windrad-Stopp verkennt Importabhängigkeit und Klimakrise
Von LEE Sachsen e. V.
Heimische Energieerzeugung braucht verlässliche Regeln statt neuer Unsicherheit
Dresden, 29. September 2026
Der Landesverband Erneuerbare Energien Sachsen (LEE Sachsen) kritisiert die Überlegungen der sächsischen Koalition, neue Windenergieanlagen außerhalb bereits ausgewiesener Gebiete bis zum Abschluss der Regionalplanung zu beschränken. Ein solcher Kurs würde den Ausbau heimischer Energie gerade in einer Phase infrage stellen, in der Versorgungssicherheit, wettbewerbsfähige Energie und Klimaschutz zugleich dringlich sind.
„Die Debatte tut so, als könne Sachsen den Ausbau der Windenergie folgenlos auf später verschieben“, erklärt Prof. Dr. Martin Maslaton für den LEE Sachsen. „Deutschland ist bei fossilen Energieträgern in hohem Maße auf Importe angewiesen. Jede hier erzeugte Kilowattstunde erneuerbaren Stroms stärkt unsere eigene Versorgungsbasis. Zugleich zwingt uns die Klimakrise, Emissionen zügig zu senken.“
Die Regionalplanung muss geeignete Flächen rechtssicher bestimmen. Die Anliegen der Menschen vor Ort sowie Natur- und Artenschutz sind ernst zu nehmen. Daraus folgt jedoch kein überzeugender Grund, genehmigungsfähige Projekte während der Planaufstellung pauschal auszubremsen. Unternehmen benötigen Planungssicherheit, wenn sie Anlagen, Netzanschlüsse und Lieferketten finanzieren und aufbauen sollen.
Die gegenwärtig diskutierten Pläne sind noch kein geltender Genehmigungsstopp. Auch die Unterschriften für den daneben beworbenen Volksantrag lösen keinen solchen Stopp aus; sie können zunächst eine parlamentarische Befassung mit einem Gesetzentwurf herbeiführen.
„Sachsen braucht eine ehrliche energiepolitische Antwort“, so Maslaton. „Wer heimische Windenergie zurückdrängen will, muss sagen, wie Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz stattdessen erreicht werden sollen. Die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern einfach auszublenden, ist keine Strategie.“
Der LEE Sachsen fordert die Koalition auf, die Regionalplanung zügig abzuschließen und zugleich rechtssichere Genehmigungen und Investitionen in erneuerbare Energien zu ermöglichen.